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Vegetationsbrand-Taktik: die Grenzwerte, an denen die Entscheidung fällt

14. August 2026 · Feuerwehr · 11 Min. Lesezeit

Bodenfeuer in einem Nadelholzbestand. Niedrige Flammen laufen durch die Streuauflage an einem Hang, zwischen den Stämmen steht dichter Rauch, im Vordergrund liegt eine Feuerpatsche.

Beim Vegetationsbrand fällt die Kernentscheidung an einer einzigen Bemessungsgröße, der Flammenlänge. Sie legt fest, ob die Kräfte angreifen dürfen oder abriegeln müssen. Für das Wald- und Vegetationsbrandkonzept eines Landkreises haben wir die Einsatztaktik daran aufgehängt. Daran hängen die Kontrollschwellen, der Vorgehenskatalog und die Sicherheitsregeln in Zahlen. Dieser letzte Teil der Serie zeigt die Grenzwerte. Und er stellt sie dem länderübergreifenden Ausbildungsstandard in der Fassung von Mai 2026 gegenüber.

Zur Einordnung

Dieser Beitrag basiert auf einem Wald- und Vegetationsbrandkonzept, das wir für einen Landkreis erstellt haben. Die Kontrollschwellen-Tabelle zeigt den länderübergreifenden Ausbildungsstandard in der Fassung von Mai 2026. Sie zeigt nicht die Fassung des Konzepts. Angaben zu Details und lokalen Spezifika haben wir unkenntlich gemacht.

Warum zählt die Flammenlänge?

Die Flammenhöhe misst senkrecht nach oben. Die Flammenlänge misst, wie weit die Flammenspitze vom Boden aus im direkten Flammenverlauf reicht. Wind und Geländeneigung legen die Flammen schräg. Unter Wind- und Hangeinfluss ist die Länge deshalb größer als die Höhe. Wer nur die Höhe schätzt, unterschätzt das Feuer. Das Konzept macht darum die Flammenlänge zur maßgebenden Größe. Gemeint ist die Flammenlänge am Feuersaum. Einzelne Überschreitungen, etwa ein brennender Einzelbusch, sind vernachlässigbar. Im Zweifel gilt die höhere Stufe.

Sechs Brandarten, ein Erkundungsmerkmal

Wald- und Vegetationsbrände treten in sechs Arten auf. Bodenfeuer, Erdfeuer, Flugfeuer, Kronen- und Wipfelfeuer, Stammfeuer, Vollfeuer. Das Bodenfeuer ist die häufigste Art in Deutschland. Aus ihm entstehen die übrigen. Flugfeuer setzen abseits des Brandherdes neue Einzelbrände, sogenannte Spotfeuer. Das Vollfeuer brennt am Boden und in den Kronen zugleich. Die Rauchfarbe hilft bei der Erkundung. Hellgrauer Rauch spricht für ein Bodenfeuer, dunkler Rauch für brennende Kronen.

Die Kontrollschwellen des Ausbildungsstandards

Das Konzept ordnet jeden Brand einer von drei Kontrollschwellen zu. Rund 1 Meter, rund 2 Meter, darüber. Bis 2 Meter ist offensives oder defensives Vorgehen möglich. Darüber erzwingt der Eigenschutz die Defensive.

Für die Ausbildung in Deutschland gibt es dazu einen länderübergreifenden Standard. Vorgelegt hat ihn die Unterarbeitsgruppe Ausbildung und Taktik der Bund-Länder-offenen Arbeitsgruppe nationaler Waldbrandschutz. Der Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung der Innenministerkonferenz empfiehlt ihn zur Einführung. Über die Anwendung entscheidet jedes Land selbst.

Das Konzept greift diese Empfehlung bereits auf, allerdings in der Fassung von Februar 2025. Die Fassung von Mai 2026 unterscheidet sechs Stufen der Flammenlänge statt drei Schwellen und weicht an einzelnen Werten ab. Wir zeigen deshalb deren Kontrollschwellen. Die Körpermaße kniehoch, hüfthoch und mannshoch stammen nicht aus dieser Empfehlung, sondern aus Landesunterlagen. Sie bleiben Schätzhilfen, hüfthoch steht je nach Quelle für 1 bis 1,5 Meter.

Diagramm: sechs Stufen der Flammenlänge von unter 0,5 Meter bis über 8 Meter mit zugeordneter Taktik von Handwerkzeugen bis zur reinen Verteidigung und vier markierten Warnschwellen bei 0,5, 1,5, 3,5 und 8 Metern (Schemadarstellung).

Die Empfehlung ordnet Flammenlänge, Feuerverhalten sowie Taktik und Technik so zu. Die Warnzeilen stehen im Original zwischen den Stufen:

Flammenlänge am FeuersaumFeuerverhaltenEmpfohlene Taktik und Technik
bis 0,5 mSchwelbrand oder Bodenfeuer mit sehr geringer Intensität. Das Feuer kann von selbst erlöschen.Angriff mit Handwerkzeugen oder Löschangriff. Oder keine Aktion, dafür Überwachung, je nach Standort und Situation.
Ein Angriff auf die Front bei Flammenlängen von mehr als 0,5 m ist gefährlich!
0,5 bis 1,5 mBodenfeuer geringer Intensität.Angriff mit Handwerkzeugen wie Feuerpatsche, Rucksackspritze, Spatenschaufel und Laubbläser. Oder mit D-Schlauch und Pump and Roll.
Ein Angriff auf die Front bei Flammenlängen über 1,5 m ist zu unterlassen!
1,5 bis 2,5 mMittlere Feuerintensität. Zu intensiv, als dass die Einsatzkräfte nahe an den Flammen arbeiten können.Löschangriff über die Flanken mit Pump and Roll oder D-Schlauch. Flankierender oder paralleler Angriff mit schwerem Gerät wie Forstmulcher, Räumschild oder Pflug. Taktischer Feuereinsatz empfohlen. Gegebenenfalls Löschwasserabwürfe.
2,5 bis 3,5 mHohe Feuerintensität. Das Feuer ist so intensiv, dass die Einsatzkräfte nicht in der Nähe der Flammen arbeiten können.Löschangriff über die Flanken nur mit ausreichender Wasserversorgung. Verteidigung mit indirekten Taktiken. Einsatz von schwerem Gerät empfohlen. Kombination von direkten und indirekten Taktiken. Unterstützung aus der Luft empfohlen. Rückraumüberwachung und erhöhte Wachsamkeit.
Bei Flammenlängen über 3,5 m sollten umfassende Verteidigungsmaßnahmen zur Brandbekämpfung eingeplant werden!
3,5 bis 8 mSehr hohe Feuerintensität. Die Einsatzkräfte müssen aus großer Entfernung arbeiten.Verteidigung mit indirekten Taktiken. Einsatz von schweren Geräten notwendig. Unterstützung aus der Luft zweckmäßig. Gegebenenfalls Rückzug und Evakuierung in sichere Bereiche. Operationen an der Front sind ineffektiv oder wirkungslos.
Bei Flammenlängen über 8 m sind ausschließlich Verteidigungsmaßnahmen möglich! Extremes Feuerverhalten und schnelle Brandausbreitung sind sehr wahrscheinlich. Rückzug der Einsatzkräfte auf sichere Positionen veranlassen!
über 8 mExtreme Feuerintensität und extremes Feuerverhalten. Die Einsatzkräfte können nicht sicher angreifen.Verteidigung mit indirekten Taktiken. Schutz von Infrastruktur und Siedlungsflächen. Einsatz von schweren Geräten notwendig. Unterstützung aus der Luft empfohlen. Rückzug und Evakuierung in sichere Bereiche. Operationen am Feuersaum sind wirkungslos.

Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich scrollen.

Der taktische Feuereinsatz darf nur von entsprechend qualifizierten und erfahrenen Einsatzkräften durchgeführt werden. Welche Qualifikation das ist, lässt die Empfehlung offen.

Quelle der Tabelle: Empfehlung zu Ausbildungsinhalten in der Vegetationsbrandbekämpfung. UAG-Ausbildung und Taktik der BLoAG Nat. Waldbrandschutz, Fassung von Mai 2026, Tabelle 3. Spaltenaufteilung und Zeichensetzung sind für diesen Beitrag angepasst, die Inhalte sind übernommen. Teils andere Schwellen nennen die DFV-Fachempfehlung Nr. 3 (2020), die Rahmenempfehlung der Hessischen Landesfeuerwehrschule (2023) und die Taschenkarte Waldbrand des IdF NRW (2022). Alle genannten Papiere sind Empfehlungen, kein verbindliches Regelwerk.

Die Warnzeilen tragen die Sicherheit

Vier Sätze hebt die Empfehlung in der Tabelle hervor. Sie entscheiden nicht über die Taktik, sondern über die Grenze des Vertretbaren. Die DGUV zieht bei 1,5 Metern dieselbe Linie. Feuerpatschen gegen Flammensäume über 1,5 Metern nennt sie ausdrücklich eine ungeeignete Taktik- und Ausrüstungswahl.

Der Frontangriff bleibt die Ausnahme

Ein direkter Angriff auf die Flammenfront ist gefährlich und deshalb mehrfach begrenzt. Das Konzept lässt ihn nur bei Windstille und Flammenlängen bis 0,5 Meter zu. Der Standard verlangt zusätzlich geübte Einsatzkräfte und eine geringe Ausbreitungsgeschwindigkeit. Wir folgen dem jeweils strengeren Wert. Abweichen ist allein im Einzelfall vertretbar. Die Eigensicherung geht immer vor.

Was die Flammenlänge nicht entscheidet

Die Flammenlänge ist die wichtigste Entscheidungsgröße, nicht die einzige. Unabhängig vom Band gilt:

  • Hanglage. Oberhalb eines Feuersaums am Hang greifen die Kräfte nicht an.
  • Voll- und Wipfelfeuer. Die Kräfte bekämpfen sie immer defensiv, gleich welche Flammenlänge der Saum zeigt.
  • Objektschutz. Hier entscheidet die Priorität. Objektverteidigung hat in der Regel Vorrang und kann in jeder Stufe vorgehen.
  • Lageverschärfer. Breitet sich das Feuer schnell aus, herrscht eine 30-30-30-Wetterlage, besteht Kampfmittelverdacht oder setzt Dunkelheit ein, schiebt das die Wahl in Richtung Defensive.

Die Kontrollschwellen sind keine Sicherheitsfreigabe

Die Flammenlängen-Schwellen gehen auf US-Auswertungen der 1980er Jahre zurück. Schon die Ursprungstabelle warnt, die Werte seien keine Anleitung zur persönlichen Sicherheit. Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich demnach in leichten Brennstoffen bei kleinen Bränden. Der Standard setzt deshalb zwei Sicherungen davor. Jedes der fünf LACES-Elemente ist für sich ein Ausschlusskriterium. Fehlt Lagebeobachter, Ankerpunkt, Kommunikation, Rückzugsweg oder Sicherheitszone, ist offensives Vorgehen unzulässig. Spätestens ab 1,5 Metern Flammenlänge muss die Führung intensiv den Rückzug planen. Das gilt ebenso bei einer 30-30-30-Wetterlage, also über 30 Grad, unter 30 Prozent Luftfeuchte und über 30 km/h Wind.

Ohne Ankerpunkt beginnt kein Angriff

Die Kräfte setzen je Einsatzstelle mindestens einen Ankerpunkt, meist mehrere entlang der Flanken. Er ist der sichere Ausgangspunkt aller Maßnahmen. Bei Bedarf nimmt er den Logistikbereich auf. Im Rückzugsfall markiert er, wo der sichere Bereich und die Rückzugswege beginnen.

Ein guter Ankerpunkt liegt vegetationsarm und nutzt Straßen, Wege oder Gewässer. Nach Möglichkeit durchfeuchten die Kräfte ihn und entfernen die Bodenvegetation. Verschieben ist erlaubt, sobald der Grün-Schwarz-Übergang mindestens 10 Meter breit und sicher gelöscht ist. Gemeint ist der Streifen zwischen Vegetation und gelöschter Fläche.

Offensive und defensive Taktiken

Offensiv heißt, den Brand direkt zu bekämpfen. Das Konzept beschreibt dafür neben dem Frontangriff den Löschangriff über die Flanken in mehreren Varianten:

  • Einfache Schlauchverlegung. Handgeführte Strahlrohre. Die Angriffsleitung verlängern die Kräfte durch Abknicken oder Abklemmen. Meist D-Druckschläuche. Sie sparen Wasser und Gewicht.
  • Modulare Schlauchverlegung. Verteiler in der Versorgungsleitung. Dort zweigen die Angriffsleitungen ab.
  • Tragbare Kleinlöschgeräte. Löschrucksäcke, Laubbläser mit Wasserapplikation oder gezielter Sandwurf.
  • Pump and Roll. Mindestens zwei Fahrzeuge bekämpfen die Flanken und bleiben mobil. Handgeführte Strahlrohre geben während der Fahrt Wasser ab.
  • Löschwasserabwürfe. Aus Luftfahrzeugen, wenn die Brandstelle schwer erreichbar ist oder das Löschwasser nicht reicht.
  • Mobiler Angriff ohne Löschmittel. Feuerpatschen oder Laubbläser ersticken die Flammen mechanisch.

Defensiv heißt, dem Feuer das Brandgut zu nehmen. Dazu dienen brandlastfreie und nasse Streifen, besetzte und unbesetzte Wasserriegel sowie die Objektverteidigung. Der vorbereitete Streifen muss etwa doppelt so breit sein wie die erwartete Flammenlänge. Beim brandlastfreien Streifen räumen die Kräfte die Vegetation bis auf den Mineralboden ab. Der nasse Streifen kombiniert das mit gezieltem Durchnässen. Er hält nur zeitweise, weil das Wasser verdunstet.

Beim besetzten Wasserriegel halten bediente Monitore, Werfer oder Strahlrohre das Feuer auf. Der unbesetzte kommt ohne dauerhaft anwesende Kräfte aus, mit Düsenschläuchen, Vegetationsbranddüsen oder Kreisregnern. Die Objektverteidigung kennt zwei Varianten, Vorbereiten und Verlassen sowie Vorbereiten und Verteidigen.

Kreisregner drehen die Personalrechnung

Kräfte braucht es nur für den Aufbau entlang einer taktisch sinnvollen Linie. Danach genügt Aufsicht. Der Betrieb kann unbemannt laufen. Vor einer anlaufenden Feuerfront und auf munitionsbelasteten Flächen ist das ein Sicherheitsgewinn. Überwachen können Drohnen. Der Wasserbedarf ist im Verhältnis zur Deckungsbreite geringer als bei Wasserwerfern. Eine stabile Löschwasserversorgung bleibt Voraussetzung.

Unbemannt heißt aber nicht unbeobachtet. Die Kräfte kontrollieren die Riegelstellung laufend, vor allem auf Winddrehung und Spotfeuer. So überspringt das Feuer die Linie nicht.

Eigensicherung in Zahlen

Das Konzept fasst den Eigenschutz in sechs Sicherheitsregeln:

  1. Fahrzeuge in Fluchtrichtung abstellen. Wenn möglich rückwärts einfahren, den Standplatz gegen Brandeinwirkung sichern.
  2. Keine formstabilen Schnellangriffseinrichtungen. Sie lassen sich weder schnell verlegen noch schnell zurückziehen.
  3. Löschwasserreserve für den Eigenschutz. Stets 300 bis 400 Liter im Tank zurückhalten und nie alle Druckabgänge belegen. Bei stationären Einsätzen liegt zusätzlich ein Strahlrohr bereit.
  4. Mindeststärke im Gefahrenbereich. Eine Gruppe.
  5. Taktische Reserven vorhalten. Für Einheiten in nicht kontrollierbaren Situationen.
  6. Einheiten bereitstellen, die die Eigensicherung an die Lage anpassen.

Dazu kommt ein Sicherheitsposten mit Fernglas, Trillerpfeife und Funkgerät. Er beobachtet das Brandverhalten, erkennt Winddrehungen und warnt vor Flugfeuer. Für die Warnung empfiehlt der Ausbildungsstandard akustische Notsignale. Ein Einzelton oder Pfiff bedeutet Achtung, mehrere kurze Töne bedeuten Gefahr. Dazu kommt das Kommando „Gefahr – alle sofort zurück!“, das jede Einsatzkraft weitergibt. Gesammelt wird am Fahrzeug oder am Ankerpunkt, danach prüft der Einheitsführer die Vollzähligkeit.

Droht kritisches Brandverhalten, kommt eine Sicherheits- und Unterstützungseinheit (SUE) hinzu:

FestlegungInhalt
AuftragZu eingeschlossenen Einsatzkräften vordringen, diese retten, drohende kritische Situationen abwenden. Der einzige Schwerpunkt ist die Sofortrettung
Ausdrücklich nicht AuftragBergen von Fahrzeugen, erweiterte medizinische Versorgung von Verletzten

Wie der Kreis diese Einheit konkret aufstellt und ausstattet, zeigen wir hier nicht. Auftrag und Abgrenzung stehen vollständig im Text.

Merken lässt sich der Eigenschutz über die LACES-Regel:

  • Lookout. Beobachtungsposten an taktisch günstiger Position, mit vereinbartem Rückzugssignal.
  • Anchorpoint. Ankerpunkt als Beginn des Angriffs, gesichert mit Strahlrohr.
  • Communication. Kommunikation sicherstellen.
  • Escape routes. Rückzugswege müssen bekannt und brandlastarm sein, je Einsatzabschnitt ein eigener.
  • Safety zones. Vorab definierte Bereiche, in denen die Kräfte ohne weitere Schutzmaßnahmen sicher sind.

Bestehen im Einsatz Zweifel an der Sicherheit der Einsatzkräfte, gilt immer der Rückzug.

Nach den Flammen ist der Einsatz nicht vorbei

Das Löschen der offenen Flammen ist gemessen am ganzen Einsatz meist kurz. Den Löscherfolg sichert die Tandemtaktik. Eine erste Einheit löscht den aktiven Flammensaum, eine zweite folgt unmittelbar dahinter und löscht nach. So flammt dahinter nichts wieder auf. Für die Nachlöscharbeiten teilen die Kräfte das Brandgebiet in Zonen und suchen sie gleichmäßig ab. Diese Phase zieht sich und fordert körperlich.

Gegen 03:00 Uhr erreichen die Temperaturen ihren Tiefpunkt. Kühle und feuchte Luft hemmt die Ausbreitung und die Belastung der Kräfte sinkt. Das Fenster kostet etwas. Es ist dunkel und taunass, also braucht es Licht und womöglich andere Schutzkleidung.

Markierband und Taschenkarte halten die Ordnung

Wo keine Schlauchleitung den Weg zurück markiert, sichern die Kräfte den Rückzugsweg anders. Der Ausbildungsstandard empfiehlt dafür ein Markierbandsystem mit fünf Farben:

  • Grün für Rettung und Wege, also Rettungswege, Rückzugswege und Sicherheitszonen
  • Blau für die Wasserversorgung, von der Entnahmestelle über die Pendelverkehrsstrecke bis zum Wasserübergabepunkt
  • Rot für Gefahren durch das Feuer selbst, also Spotfeuer, Glutnester, elektrische Gefahren und gesperrte Bereiche
  • Orange für Gefahren aus der Umgebung, also nicht standsichere Bäume und Infrastruktur, Absturzstellen, Tiergefahren und giftige Pflanzen
  • Gelb für Führung und Logistik, also Ankerpunkte, Abschnittsgrenzen und Bereitstellungsräume

Das zweite Hilfsmittel ist die Taschenkarte. Wald- und Vegetationsbrand ist für die meisten Wehren eine Einsatzart unter vielen. Die wichtigsten Regeln gehören deshalb auf eine Karte, die sich auf der Anfahrt erfassen lässt. Alle Grenzwerte dieses Beitrags passen darauf. Genau das macht sie ausbildbar.

Was sich übertragen lässt

Fünf Merksätze aus diesem Teil:

  • Flammenlänge schätzen, nicht Flammenhöhe. Wind und Gelände strecken die Flammen. Wer senkrecht misst, unterschätzt das Feuer.
  • Vier Warnzeilen reichen. Über 0,5 Meter ist der Frontangriff gefährlich, über 1,5 Meter zu unterlassen. Über 3,5 Meter wird Verteidigung eingeplant, über 8 Meter nur noch verteidigt.
  • Kein Angriff ohne Ankerpunkt. Mindestens einer je Einsatzstelle. Verschieben darf man ihn erst, wenn der Grün-Schwarz-Übergang 10 Meter breit und sicher gelöscht ist.
  • Eigensicherung in Zahlen fassen. 300 bis 400 Liter Tankreserve, ein Rückzugsweg je Einsatzabschnitt, ein vereinbartes Signal. Was zählbar ist, lässt sich ausbilden und einfordern.
  • Auf eine Taschenkarte bringen. Eine Taktik, die sich nicht auf der Anfahrt erfassen lässt, ist im Ernstfall nicht vorhanden.

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