Worauf sich dieser Beitrag bezieht
Anlass ist ein Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers. Autor Christoph Hardt, Titel „Warum NRW-Städte für die Feuerwehr richtig Geld verbrennen“, erschienen am 09.07.2026. Zum Originalartikel
Alle Zahlen und Sachverhalte in diesem Beitrag stammen aus diesem Bericht, nicht aus Projekten, die wir für Kommunen begleiten. Was wir daraus folgern, kennzeichnen wir als „Unsere Einordnung“.
Aus dem Artikel
Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger
„Warum NRW-Städte für die Feuerwehr richtig Geld verbrennen“
Der Bericht beschreibt einen zersplitterten Markt. Jede Kommune kauft für sich, die Preise steigen, und die Fahrzeuge werden immer teurer.
Das Problem
- Der deutsche Beschaffungsmarkt für Feuerwehrtechnik ist jährlich größer als 1,5 Milliarden Euro. Die Feuerwehren erneuern zwei bis drei Prozent ihres Fahrzeugbestands pro Jahr.
- Eine Drehleiter kostet heute rund 1,2 Millionen Euro. Vor fünf Jahren lag ein vergleichbares Fahrzeug noch deutlich unter einer Million.
- Auf der Anbieterseite steht ein Oligopol aus vier spezialisierten Herstellern.
- Benachbarte Städte halten oft jeweils eigene Drehleitern vor.
- Iserlohn hat 6,38 Millionen Euro für neue Fahrzeuge bewilligt, obwohl die Stadt in einem Haushaltssicherungskonzept steckt.
Was anderswo schon funktioniert
- Baden-Württemberg hat 2025 einen Pilotversuch gestartet und 69 Löschgruppenfahrzeuge standardisiert per Sammelbestellung beschafft. 57 Städte und Gemeinden sowie eine Werksfeuerwehr machten mit, das Land förderte jedes Fahrzeug mit 182.000 Euro.
- Mecklenburg-Vorpommern kauft seit rund fünf Jahren landesweit zentral ein. Bei mehr als 300 Fahrzeugen sparten die Kommunen laut Bericht mehr als 60.000 Euro pro Stück.
- Im Wetterau-Kreis haben sich 20 Städte und Gemeinden mit dem Kreis zu einer interkommunalen Beratungsstelle für den gemeinsamen Einkauf zusammengeschlossen.
- In NRW steht dieser Weg noch am Anfang. Der Verband der Feuerwehren in NRW steht dazu im Dialog mit dem Innenministerium.
Der Bericht beschreibt ein Kostenproblem. Aus unserer Sicht ist es zuerst ein Planungsproblem. Wer Fahrzeuge kauft, ohne den Bedarf sauber zu planen, zahlt am Ende zweimal.
Kurz erklärt
Beschaffung ist der Kauf eines Fahrzeugs. Bedarfsplanung klärt vorher, was eine Feuerwehr braucht, um ihre Schutzziele zu erreichen. Die Beschaffung folgt aus der Planung, nicht umgekehrt.
Beschaffung ist das Ende der Kette, nicht der Anfang
Ein Feuerwehrfahrzeug ist kein Selbstzweck, sondern das Ergebnis einer Planung. Die Brandschutzbedarfsplanung klärt zuerst die örtliche Gefährdung, die Schutzziele und die Risiken. Daraus ergeben sich Standorte, Personal und erst am Ende die Fahrzeuge. Wer diese Reihenfolge einhält, beschafft gezielt statt auf Zuruf. Ein belastbares Fahrzeugkonzept schützt vor Fehlbeschaffungen, die im Ernstfall teuer werden.
Nicht mehr Technik, sondern die richtige
Mehr Fahrzeuge bedeuten nicht mehr Sicherheit. Entscheidend ist, ob die Technik zum tatsächlichen Bedarf passt. Manchmal ist die richtige Antwort ein zusätzliches Fahrzeug. Manchmal ist es ein gemeinsam genutztes. Diese Frage lässt sich mit Zahlen beantworten, nicht mit Prestige. Genau dafür ist die Bedarfsplanung da.
Gemeinsam planen senkt die Kosten doppelt
Die Beispiele aus dem Bericht zeigen ein Muster. Dort, wo Länder und Kreise gemeinsam planen und beschaffen, sinken die Preise. Die interkommunale Bedarfsplanung setzt genau hier an. Benachbarte Kommunen bewerten ihre Gefährdung zusammen und stimmen Standorte, Fahrzeuge und Personal aufeinander ab. So lassen sich Spezialfahrzeuge teilen, statt sie mehrfach vorzuhalten. Kleinere Gemeinden bekommen Zugang zu Technik, die sie allein nicht finanzieren könnten. Die gemeinsame Beschaffung ist dann nur noch der letzte, logische Schritt.
Aus unserer Praxis
Für uns ist gemeinsame Planung kein neuer Trend
Wir setzen die interkommunale Feuerwehr- und Brandschutzbedarfsplanung seit Jahren in Kommunen um, lange bevor die Sammelbeschaffung Schlagzeilen machte. Wie mehrere Gemeinden ihre Planung bündeln und was das konkret bringt, lesen Sie in unserem Beitrag dazu.
Wer nur in Fahrzeugen denkt, plant zu kurz
Fahrzeuge sind sichtbar und teuer. Deshalb stehen sie in der Debatte im Vordergrund. Eine gute Bedarfsplanung umfasst mehr. Sie betrachtet die Risiken im Gebiet, die Schutzziele, die Standorte, das Personal und die Organisation. Fahrzeuge sind ein Baustein davon, nicht der Ausgangspunkt. Wer die Planung darauf verengt, arbeitet am Symptom und nicht an der Ursache.
Standardprodukte brauchen eine Planung, die trägt
Der Bericht setzt Hoffnung in das Standardprodukt. Das ist berechtigt. Standardisierte Fahrzeuge verkürzen Ausschreibungen und senken Preise. Sie ersetzen aber keine Planung. Ein Standardfahrzeug hilft nur, wenn es zum geplanten Bedarf passt.
„Das Standardprodukt steckt bei uns noch in den Kinderschuhen. Aber wir sind dazu in einem intensiven Dialog mit dem Innenministerium und den kommunalen Spitzenverbänden.“
Christoph Schöneborn, Vorsitzender des Verbands der Feuerwehren in NRW, zitiert im Kölner Stadt-Anzeiger, 09.07.2026Diesen Weg halten wir für richtig. Als Mitglied im Verband der Feuerwehren in NRW denken wir dabei mit und bringen unsere Planungserfahrung ein. Aus der Praxis für die Praxis begleiten wir Kommunen genau an dieser Stelle, von der Bedarfsplanung bis zur Vergabe.
Ihre Beschaffung beginnt bei der Planung
Sie stehen vor Ersatzbeschaffungen oder der Fortschreibung Ihres Brandschutzbedarfsplans? Wir ordnen Ihre Ausgangslage ein und zeigen, wo gemeinsame Planung sinnvoll ist. Das erste Gespräch ist kostenlos.
